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WRD

Wasserrettungsdienst (WRD) in Travemünde 03.07.-18.07.2026

Veröffentlicht: 18.07.2026
Autor: Andreas Lief

Nachdem aus unserer Ortsgruppe (OG) lange Zeit keine Gruppe mehr zum Wasserrettungsdienst (WRD) an Nord- und Ostsee gefahren war, beschlossen wir, es in diesem Jahr zu wagen und schlossen uns mit der Nachbarortsgruppe zusammen, die regelmäßig zum WRD fährt und gleichzeitig den Wachleiter stellt. Durch den Besuch von Seminaren hatten wir uns theoretisch auf den Einsatz vorbereitet. Drei Mitglieder der OG Ransbach-Baumbach, sechs aus Wirges und eine Person aus Montabaur starteten mit dem Ziel Travemünde. Am Samstag, dem 03.07., kamen wir abends an der Hauptwache (HW) in Bahnhofsnähe an. Anschließend erfolgte eine abendliche Begehung des Wachgebiets mit Hinweisen zu Besonderheiten und Rettungswegen.

Wir waren auf der Viermastbark Passat im Hafen auf dem Priwall untergebracht. Hauptsächlich aus den Regionen Bremen und Niedersachsen kamen weitere Jugendliche hinzu, sodass wir je nach Zeitraum zwischen 15 und 20 Personen waren. Einige mussten uns bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen. Der nächste größere Wechsel erfolgte zum Ende der ersten Woche, als Teilnehmende dazukamen, die im Vorjahr bereits in Travemünde WRD geleistet hatten. Aufgrund von Personalmangel auf dem Priwall waren einige von uns tageweise auch dort im Einsatz.

Insgesamt leisteten wir 14 Tage Dienst. Der Tagesablauf folgte einem ähnlichen Zeitplan: Gegen 7:15 Uhr ertönte für rund eine halbe Stunde die Weckmusik. In dieser Zeit machten sich alle für den Wachdienst bereit und packten ihre Sachen für den Tag. Um 7:45 Uhr fand eine kurze Tagesbesprechung statt. Um 8:00 Uhr setzten wir in der Regel mit der Personenfähre in die Stadt über; alternativ erfolgte der Transfer per Boot oder Fahrzeug. In der HW wurde der Dienst vorbereitet, und die Backschaft bereitete das Frühstück vor. Nach dem Frühstück und der Kontrolle der Erste‑Hilfe‑Rucksäcke machten sich die Turmmannschaften, mit Funkgerät ausgerüstet, zu einem der vier Türme auf, um diese pünktlich um 10:00 Uhr einsatzbereit zu melden. Gegen Mittag wurden die Turmbesetzungen gewechselt, und es gab das von der Backschaft vorbereitete Mittagessen. Um 18:00 Uhr wurden die Türme abgerüstet, und alle kehrten in die HW zurück, wo es gegen 18:30 Uhr Abendessen gab. Anschließend wurde das Material an der HW wieder verstaut, und der Abend stand für verschiedene Aktivitäten zur Verfügung.

Zur weiteren Ausbildung gehörten unter anderem Run‑Swim‑Run (100 m Laufen am Strand, 200 m Schwimmen, 100 m Laufen), der praktische Umgang mit Rettungsgeräten sowie Übungen zur Wasserrettung. Daneben gab es Freizeitaktivitäten wie Essen gehen, Beachvolleyball, Wasserskifahren in Süsel oder Besuche im Schwimmbad und in der Sauna in den Hotels aja und A‑ROSA, deren Einrichtungen den Wasserrettern der DLRG kostenfrei zur Verfügung standen.

Im Laufe der zwei Wochen kam jede und jeder in allen Aufgabenbereichen zum Einsatz. Kernaufgabe im Wasserrettungsdienst war die Überwachung der Wasserfläche vor den Türmen, die jeweils von zwei Personen besetzt waren. Ausgestattet mit EH‑Rucksack und Funkgerät wurden die Türme aufgeschlossen, Gurtretter positioniert, das Rettungsbrett aufgepumpt und an der Wasserkante bereit gelegt. Das stationäre Funkgerät wurde eingeschaltet; Ferngläser und Protokolle wurden bereit gelegt. Abschließend wurde durch das Hissen der Flagge die Einsatzbereitschaft signalisiert und per Funk an die HW gemeldet.

Die HW koordinierte die Türme und unterstützte bei Bedarf, zum Beispiel bei Kindersuchen oder größeren EH‑Fällen, bei denen etwa ein Rettungswagen (RTW) erforderlich war. Sie eröffnete und schloss den Funkverkehr und überwachte die Wasserfläche vor der HW. Strandläufer hielten sich an der Hauptwache auf und unterstützten bei Bedarf die Türme oder das EH‑Team beziehungsweise die Backschaft. Die Backschaft fungierte zugleich als EH‑Team für Fälle an der HW. Neben dem Vorbereiten von Frühstück, Mittag‑ und Abendessen sowie dem Auf‑ und Abdecken des Tisches übernahm sie Haushaltsaufgaben – vom Wäschewaschen über die Reinigung der Sanitärbereiche und das Wischen der Böden bis zum Fensterputzen.

Der Bootstrupp sorgte für die wasserseitige Absicherung der Badezone, fuhr Patrouille, übte Manöver wie Starten und Wenden und rettete erschöpfte Schwimmerinnen und Schwimmer aus dem Wasser oder von der Badeinsel.

Die 14 Tage waren anstrengend, aber keinesfalls langweilig. Wir gewannen wertvolle Einblicke in die Tätigkeiten und Abläufe des WRD, wurden im Funken und in Einsatzabläufen zunehmend routiniert und erlebten sowohl turbulente Wochenenden mit vielen Tagestouristen aus Hamburg als auch ruhige Regentage mit wenigen Gästen. Zudem bekamen wir Besuch von Lehrkräften, Verwandten und Mitgliedern unserer OG. Den Abschluss bildete die Travemünder Woche.

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